Pressebericht vom 30.11.2005
Robert Staudacher wird Deutscher Meister im
Gleitschirmstreckenfliegen
Seit mehreren Jahren veranstaltet
der Dachverband für den privaten Flugsport DHV (= Deutscher
Hängegleiter-Verband) den Online-Contest (= OLC), einen Wettbewerb,
bei dem es gilt, möglichst weite Flüge durchzuführen.
Die Flugstrecke wird dabei mittels GPS-Streckenaufzeichnung dokumentiert.
Dazu führt jeder Pilot einen Satellitenempfänger mit sich,
der die jeweilige Position feststellt und in regelmäßigen
zeitlichen Abständen abspeichert. Nach der Landung kann der
Flugspeicher dann auf einem PC ausgelesen und der Flugweg (=’Track’)
graphisch auf einer topologischen Landkarte dargestellt werden. Der
Track wird dann vom Piloten per Internet an den Veranstalter übermittelt,
die erflogene Distanz berechnet und je nach der Kilometerzahl und
der Schwierigkeit der Flugaufgabe Punkte vergeben. Pro Flugsaison
werden für jeden Piloten national die drei, international die
sechs punktebesten Flüge gewertet und so eine deutschlandweite
ständig aktualisierte Rangfolge, die jederzeit ‚online’
per Internet einsehbar ist, erstellt. Am Ende der Saison (September)
werden daraus dann die Sieger in mehreren Kategorien, je nach Fluggerät,
ermittelt. In der laufenden Saison gab es einen Teilnehmerrekord,
es nahmen deutschlandweit 830 Gleitschirmflieger, international sogar
1947 Paragliderpiloten am OLC teil.
Bereits in den vergangenen Jahren
konnten dabei die Reichenhaller Wettkämpfer vom Gleitschirmclub
Albatros schöne Erfolge erzielen. So wurde Robert Staudacher
mit seiner fixen ‚Copilotin’
Kerstin Henkel schon mehrmals deutschlandweite Sieger in der Tandemwertung.
In der abgelaufenen Saison wurde nun, erstmals in dieser Klasse,
ein offizieller Deutscher Meistertitel vergeben – und wieder
konnte sich Staudacher gegenüber all seinen Konkurrenten durchsetzen:
Mit drei Flügen über 100 km (Gesamtstrecke 340 km / weitester
Flug 132 km) gelang ihm eine persönliche Bestleistung, die auch
in der deutschen Tandemwertung die bisherige Rekordmarke darstellt.
Die aufgestellte Leistung lässt sich am besten durch einen kleinen
Vergleich einordnen:
Gegenüber Sologleitschirmen ist ein Tandemgerät infolge
der größeren Fläche wesentlich träger zu steuern;
andererseits ist aber die Flächenbelastung (Gewicht von Pilot
und Passagier bezogen auf die Schirmfläche) i.a. sehr viel höher,
so daß schwache thermische Verhältnisse schwerer nutzbar
sind. Trotz dieser beiden Nachteile hätte sich Robert Staudacher
mit seiner Leistung sogar in der Solowertung/Sportklasse auf Platz
23 klassifiziert.
Noch ein weiterer ‚Albatrossler’ konnte sich in der Tandemklassifizierung
etablieren - Rüdiger Goltermann. Er war in den letzten Jahren
bereits sehr erfolgreich als Solo-Streckenflieger (Zweiter/Sportklasse
im deutschlandweiten OLC2002/03) und holt nun, in seiner erst zweiten ‚Doppelsitzer-Saison’,
auch den Vizemeister/Tandem nach Reichenhall.
So wurden also gleich zwei Mitglieder des Gleitschirmclub Albatros
in der vergangenen Woche beim Sportlertreffen 2005 des DHV für
ihre fliegerischen Leistungen im Rahmen der Siegerehrung zum Online
Contest ausgezeichnet.
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Siegerehrung
zum deutschen Online Contest: 1.Platz: Robert Staudacher /
2. Platz Rüdiger Goltermann; mit auf dem Treppchen jeweils
die Copilotinnen.
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Die Saison lief aber auch für
andere Reichenhaller Flugsportler äußerst erfreulich:
Den diesjährig weitesten Flug eines Reichenhallers in der Streckenwertung
kann Arno Herms für sich verbuchen. Er startete am 27.05. auf
der Schmittenhöhe in Zell am See, flog dann bis ins Zillertal,
wo er seine erste Wende setzte. Vorbei am Startpunkt verlängerte
er seinen Flug noch bis zum Eingang des Rauriser Tals, setzte dort
die zweite Wende und konnte dann nach einer Flugzeit von fast sieben
Stunden am Fuß
der Schmittenhöhe landen, was einer geschlossenen Aufgabe (=
Start- und Landepunkt sind innerhalb eines Toleranzbereiches identisch)
von über 150 km entspricht. Herms belegt in der Endabrechnung
den 17.Platz in der Sportklasse, der mit 606 Teilnehmern umkämpftesten
Wertungskategorie.
Neben den tollen Einzelleistungen ist insbesondere die mannschaftliche
Geschlossenheit der Reichenhaller ‚Streckenjäger’ hervorzuheben:
Rüdiger Goltermann, Arno Herms, Stefan Mass, Peter Miess, Robert
Staudacher und Hans Weber reichten zusammen insgesamt 13 Flüge
mit jeweils über 100 km Streckenlänge zum OLC2004/05 ein.
National belegt der GSC Albatros Bad Reichenhall damit in der Mannschaftswertung
den 7.Platz (90 teilnehmende Mannschaften), international den 19.Rang
(von 260 Teams aus 22 Ländern).
Mit obigen Resulteten wird gerade
erst Resumee über die zurückliegende Saison gezogen und
schon können wieder Flüge für das neue Streckenflugjahr
2005/06 in den OLC eingegeben werden. Dies hat eigentlich nur formellen
Charakter, denn der Winter bietet kaum brauchbare thermische Voraussetzungen
und so wird man bis zum nächsten Frühjahr warten müssen,
bis die Jagd auf wirklich weite Strecken wieder aufgenommen wird …
©
H. Weber
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