Erfolgreiche 12. Auflage des Grazi-Man 2006
Thomas Brengartner mit neuem Etappenrekord  - 15jähriger Anderl Eder neunter auf dem Mountainbike

Bad Reichenhall (kb)„Heute hat mich der Werner geschoben“ kommentierte  Thomas Brengartner im Ziel sein hervorragendes Radergebnis. Mit einer Zeit von 20:11 Minuten verbesserte er den bisherigen Streckenrekord um ganze 19 Sekunden. Gemeinsam mit Jörg Sigler und Georg Graßmann gedachte die Mannschaft „Werners Team“ dem im vergangenen Jahr verstorbenen und langjährigen Grazi-Man Teilnehmer Werner Riedelberger.

Die Jungen und die Weitgereisten
In diesem Jahr meldeten sich 45 Teams und sechs Einzelstarter für den alpinen Staffelwettbewerb an, darunter so viele jugendliche Teilnehmer wie noch nie. „Dass  viele junge Sportler mitmachen, freut uns natürlich ganz besonders. Toll ist auch, dass die Teilnehmer oft eine beachtliche Anreise in Kauf nehmen, um bei unserem Wettbewerb an den Start zu gehen“ freut sich Organisator Martin Dufter  So nutzte etwa das zweitplazierte Team „Airwave“ aus Innsbruck den Grazi-Man als Vorbereitung für den Anfang September stattfindenden Dolomiten-Mann. Die Gleitschirmfliegerin Andrea Innerhofer reiste aus Brunneck an und ging mit Ursula Baumgartner und Bärbel Schmölzel an den Start. „Ich bin seit fünf Jahren nicht mehr geflogen und hatte schon ein bisschen Bammel“ gestand die zierliche Südtirolerin, „aber es hat irre viel Spaß gemacht und ich komme bestimmt im nächsten Jahr wieder“. Mit den „Youngstern“ Franziska Spritzer (13 Jahre) und Felix Baumgartner (12 Jahre) meldete sich der Nachwuchs auf der Laufstrecke deutlich zu Wort. Franziska war bereits im letzten Jahr als Läuferin am Start und verbesserte ihre Zeit im Vergleich zum Vorjahr um über eine Minute.  Der erst zwölfjährige Felix Baumgartner hatte sich eigentlich vorgenommen seine Mutter zu überholen. Daraus wurde leider nichts, „aber fünf andere Läufer habe ich g’schnupft“ erzählt er stolz. Der 15 jährige Anderl Eder sicherte sich auf der Mountainbikestrecke sogar den neunten Platz und ließ so manchen „großen“ Radler hinter sich

Der Wettkampf
Pünktlich um 11:00 Uhr fiel vor dem Offizierskasino in Karlstein/Bad Reichenhall der Startschuss und insgesamt 51 Mountainbiker begaben sich auf die sieben Kilometer lange Strecke (400 Höhenmeter) zur Höllenbachalm, wo die Bergläufer bereits auf „ihre“ Radlfahrer warteten. Thomas Brengartner übergab als erstes an seinen Mannschaftskollegen und Läufer Jörg Sigler und sicherte sich mit der Traumzeit von 20:11 Minuten einen neuen Streckenrekord. Nur etwa zehn Sekunden nach Brengartner kam mit einer ebenfalls hervorragenden Zeit Roman Angerer ins Mountainbikeziel. Er schickte seinen Teamkameraden Florian Brettl auf den Weg. Drittplazierter Mountainbiker war mit einer Zeit von 21:21 Martin Schieder. Als erste Frau erreichte erwartungsgemäß Maria Koch in einer Zeit von 26:26 Minuten, dicht gefolgt von Bettina Schorn (26:43), die Höllenbachalm.

Start in Karlstein
  Thomas Brenngartner

Für die Bergläufer galt es nun auf einer Länge von fünf Kilometern 500 Höhenmeter zur Zwieselalm zurückzulegen. Florian Brettl glänzte auf der Laufstrecke und entschied mit seiner Zeit von 31:19 Minuten vielleicht schon frühzeitig den Sieg für sein Team. „Die Strecke ist verdammt schwer zum Laufen“, so Brettl, „nach einem kurzen Anstieg geht es erstmal gute zweieinhalb Kilometer ziemlich flach dahin. Wenn man da zu viel Tempo macht, hat man keine Kraft mehr für die großen Stufen die auf der zweiten steilen Streckenhälfte kommen“. Der Innsbrucker Günther Schatz vom zweitplazierten Team Airwave erreichte nach Brettl die Zwieselalm (31:35 Minuten). Toni Thaumiller aus der Schönau konnte beim Laufen drei Plätze gutmachen und reihte sich hinter Brettl und Schatz als dritter ein. In einer Zeit von 37:03 setzte sich bei den Damen Barbara Gruber durch. Von ihrem Bruder Hans als insgesamt 34igste auf die Strecke geschickt, konnte sie bis zur Zwieselalm 14 Plätze gutmachen. 

Übergabe der Radler an die Läufer auf der Höllenbach Alm
Florian Brettl

Nach dem Berglauf-Abschnitt waren die Gleitschirmflieger als letztes an der Reihe. Aufgrund der Westwindlage musste der Wettkampf allerdings zunächst unterbrochen werden, ein Start von der steilen Wiese unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Hauses war nicht gefahrlos möglich. „Sicherheit hat für uns oberste Priorität“ erklärten die verantwortlichen Leiter ihre Entscheidung und diskutierte sogar den Start vom gegenüberliegenden Predigstuhl. Der Wettergott hatte jedoch ein Einsehen, der Wind legte sich deutlich und die Flieger konnten die letzte Etappe des Staffelwettbewerbes antreten. In Minimalzeit galt es auf direktem Weg die 900 Höhenmeter in Richtung Tal hinter sich zu bringen. Im Anschluss an die Landung am Bolzplatz in Karlstein hatte dann der Pilot vor dem Ziel noch eine kurze Laufstrecke zurückzulegen die sich umso weiter verkürzte, je mehr Landepunkte erreicht wurden, d.h. je näher der Aufsetzpunkt zu einem markierten Landefeld lag. Die zahlreichen Zuschauer auf der Weitwiese empfingen alle 51 Flieger mit gebührendem Applaus. Als erster landete Franz Schieder (Team Kalbrunn Oimerer) in einer hervorragenden Zeit von 5:32 Minuten, vor Rolf Wagner (Team Radsport Kirchner) in 6:09 Minuten. Thomas Wegschneider benötigte 6:17 Minuten ins Tal und flog seine Mannschaft damit zum Tagessieg.

Besonders ärgerlich war der Ausgang des Wettbewerbes für den Einzelstarter Markus Stumpf: klar dominierend auf der Mountainbike- und Laufstrecke „verschenkte“ er mit einer Landung außerhalb des markierten Feldes seinen Sieg. 30 Strafsekunden und drei Laufrunden brachte die verpatzte Landung dem Favoriten, der sich trotzdem noch über den zweiten Platz freuen konnte. Der

Sieg für die Einzelstarter ging somit an Hias Haslberger, vor Markus Stumpf und Pele Fassbender. Bei den Damen siegte das Team Crazy Girls in der Besetzung Bettina Schorn, Angela Nöhrig und Ursula Pötsch

Einzelstarter Stumpf, Haßlberger, Faßbender
Werner's Team
Organisator Martin Dufter

Abschließend
Auch mit der 12. Auflage des Grazi-Man konnten die Organisatoren Martin Dufter von Riap Sport und der Vorstand des Gleitschirmclubs Albatros, Klaus Wallner, den Athleten einen perfekt veranstalteten Wettbewerb bieten. „Ohne die Unterstützung von fast 40 freiwilligen Helfern wäre so eine Veranstaltung gar nicht durchführbar“ bedankte sich Dufter auf der Siegerehrung.

 

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