Belluno, Novemeber 2003

Reisebericht der 2te!

...und wieder geht’s auf an Wochenendausflug! Unser Ziel, das Refugio Dolada im sonnigen Belluno - wohin es uns aufgrund der Herzlichkeit der italienischen Flieger und Hüttenwirte schon des öfteren verschlagen hat!
Unser Team: Knappei, Melanie, Arno, Angie, Baschdei, Björn, Michi, Schoschl, Anita und Marina.
Los ging’s am Do Abend, wo sich da Arno und ich (Angie) erst noch ein kühles Pils zum Zeitvertreib im Heiga genehmigten.
Endlich ging’s auf 20 Uhr zu, und unser momentan heimat- und führerscheinloser Knappei wurde endlich im Cafe Wierer abgeliefert, wo er sich noch eine heiße Dusche gönnte! Nachdem sich unsere persönliche Taxifahrerin Melanie (übrigens danke Knappei für`s Auto) ihrer Kinder entledigt hatte, konnten wir endlich das Auto packen! Mit im Gepäck natürlich unser obligatorisches Gastgeschenk: der guade boarische Hopfensaft (ob der vollständig unten ankommt?), da Arno und drei Raucher!
Nach etwa 50 Kilometern schon, kamen die ersten Klagerufe von der hinteren Sitzbank. Arno meldete sich zu Wort: "geh Melanie, etzt host scho drei graucht." Melanie: "na, des is east mei zwoate", Knappei: "Und i hätt gmoant, du kost scho bis drei zein!"
250 km später: Arno ist am ersticken: Megahustenanfall - Zwangspause, zum Frischluftschnappen! Nur noch 90 km, die verlorene Zeit wieder einzuholen.
Situation: Wir erfrieren - egal, Hauptsache unser Nichtraucher hat Frischluft! Dafür kocht das Auto - Kühlwasser muss her! Somit bekam Arno eine ganz kurze Möglichkeit, seinem liebsten Freund Brudy (Wirt der Dorfbar) ein Lächeln zu schenken!
Endlich nach 41/2 Stunden Fahrt sind wir am Ziel - stehen aber vor verschlossenen Türen, da ein gewisser Hr. Dr. Knappei am Display seines Handys wieder nur "Bier vorm Kamin" entziffern konnte. Als wir auch dieses Problem gelöst hatten (Mauro wurde aus dem Schlaf geklingelt - trotz offener Balkontüre) ließen wir den Abend romantisch am Kaminfeuer ausklingen.
Nach einer schlaflosen Nacht (saukalt) trafen nach einem ausgedehnten Frühstück, schließlich auch Baschdei, Schoschl, Anita und Marina ein. Als Begrüßung stellte uns Mauro (Hüttenwirt) gleich eine 5l Weinflasche auf den Tisch. Anita`s Kommentar: "Du Schoschl, bhoit fei glei an Kast`n Bia für mi im Auto, i mog doch koan Wein!"

Den Wein getrunken, die Zimmer bezogen, konnte nun das eigentliche Vorhaben in Angriff genommen werden - Fliegen!
Am Startplatz: Toni, ein italienischer Flieger kommt des Weges: "Ciao Angie!" Angie dreht sich um und schreit: "Spinnt der! Woher kennt mi der jetzt scho wieda, kenn i den überhaupt...???" Tja,woher? Waren wir nicht im Sommer auch schon da und Pfingsten und im Frühling und ...
Zurück zum Wesentlichen: leichter Aufwind, angenehme Thermik, 400m Startüberhöhung...!
Die richtigen Voraussetzungen für einen genussvollen Herbstflug. Genau das kosteten wir 11/2 Stunden aus, nur unsere Nicht-Advanceflieger standen bereits eine halbe Stunde später am Boden! Nikotinentzug und Eiseskälte zwangen Knappei und mi zu einem Zwischenstop am Startplatz. Unser dritter Advance-Pilot ist hart im Nehmen und gab sich die 1 1/2 Stunden Flug ohne Pause! Am Landeplatz eingefunden, warteten unsere anderen Helden (von der Warterei erfroren) und unsere Parataxis (Danke Angie und Anita!!!) bereits.
Ein Teil von uns, inklusiv unseres Clubkoches Knappei, machte sich gleich wieder auf den Rückweg zum Refugio .Der andere Rest machte Arno eine Freude und begleitete ihn in die Bar zum Brudy. Nach dem Landebier dort und ein paar wärmenden Gesten vom Wirt ging’s dann auch wieder auf den Berg. In unserem Domizil war die Küchenparty bereits in vollem Gange. Mauro und Knappei zauberten ein vorzügliches Menü, bestehend aus Spaghetti mit Kürbis-, Karotten- und Gorgonzolasoße. Pünktlich zum Abendessen im Kaminzimmer trafen auch Björn und Michi ein, endllich waren wir vollzählig. Und der gemütliche Teil (eigentliches Vorhaben unseres Ausfluges) konnte beginnen!
Weiterer Abendverlauf, siehe Fotos....!

... Tag 2 beginnnt..
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Rotwein, erklärte sich unsere Sportskanone Schoschl bereit (hatte sich bereits am Vorabend auf der Feier ausgeschlafen!), das Auto mit seinem Mountainbike zu bepacken und an den Landeplatz zu stellen (krank - mit dem Auto bergab, mit dem Rad bergauf!)! Somit war alles geklärt - Fliegen war angesagt. Das nichtfliegende Volk zog es vor, eine Etage tiefer im Ref. Carotta zu speisen!

Für die Flieger, gab’s Freibier bei "Brudys"(danke Lucca und Toni). Toni 1,65cm groß und Schuhgröße 39 war beeindruckt von Baschdeis Größe(n). Grande piedi e un piccolo c.... war sein Kommentar. Wieder am Weg nach oben gab’s noch an Schoppen im Carotta, wo wir uns alle wieder trafen.

Wieder zurück am Refugio....
Mittagspause - Rotwein - Brotzeit - wieder Fliegen - wieder Taxi - wieder Brudy - wieder Rotwein...dort warten auf des, dass die Zeit vergeht...!
Melanie und Knappei einkaufen - kochen – Kaaspreßknödel (obligatorische Wunscherfüllung für Elena, Mauro und Angie) - wieder feiern - wieder Rotwein - wieder...!

...Tag 3:
Aufgrund des bedeckten Himmels (wohl auch der vergangenen Nächte) war die Luft draußen und die ersten Heimfahrvorkehrungen wurden getroffen...!
Gleitflug ins Tal - letzten Landebiere geleert und Abschied genommen!
Knappei und ich (Melanie) beschlossen noch zu bleiben. Wir fuhren mit Marcello und Toni zurück ins Dolada. Dort erwarteten uns viele (trink)lustige Italiener, Prossecco mit einem Schuss Campari, ein Festmahl bestehend aus Antipasti, Hauptgang - ein biologisch - dynamischer Kalbsbraten mit Polenta und Nachtisch - Kuchen mit hausgemachten Glühwein. Nach diesem Festessen zog Knappei es vor gen Gipfel (3 - 400 Höhenmeter - keine Ahnung) zu joggen. Eh klar! Ich fühlte mich in der Gesellschaft der Italiener viel zu wohl und blieb lieber sitzen, ausnahmsweise nur, natürlich!
Wir ließen den Tag richtig gemütlich und ruhig ausklingen. Und für das gibt’s jetzt leider kein einziges Beweisfoto, unser Knappei verbrachte den Abend ein Buch lesend am Kamin!!! Aber was blieb ihm anderes, als sich der Masse zu fügen - Mauro, Elena und ich hatten die gleiche Beschäftigung. Zwischendrin zog es die Männer in die Küche und sie servierten uns ein super Abendessen, aber sonst war’s sehr ruhig und einfach gemütlich. Nur war das Buch wohl zu esoterisch oder einfach zu langweilig, denn schon bald sank sein Kopf und er schlief friedlich!!
... Tag 4:
Strahlendblauer Himmel, super warm...,einfach herrlich. Nur - nix für’s Fliegerherz: Im Tal ein einziges Wolkenmeer. Aber wir wussten uns zu beschäftigen und verbrachten einen schönen, sonnigen Tag am Refugio, am Spätnachmittag war schließlich auch für uns die Heimreise auf dem Plan.

Wieder einmal durften wir eine irre schöne Zeit in Belluno verbringen. Die wahnsinnige Gastfreundschaft, Wärme und Herzlichkeit von Mauro, Elena, Lucca und der gesamten italienischen Flieger hat uns alle in den Bann gezogen und lässt uns bestimmt noch ganz oft dort hinfahren! Und so kann ich es kaum erwarten, bis die Winterpause zu Ende ist, die Hüttenwirte von ihrem Indientrip zurück sind und wir endlich wieder wissen, wo wir unseren Urlaub verbringen!

Text: Melanie und Angie; Fotos: Knappei und Baschdei

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