Reisebericht Dolomiten 22.09.-24.09.2006
Teilnehmer
Wuffl, Arno, Kern Thomas, Lobbi, Knappei, Ursl und Gerhard Pötsch,
Widerer Franz, Knappei, Kalb Peter und Nicki im ständigen Wechsel
zwischen den Lagern der Gleitschirm- und den Drachenflieger
Freitag
22.09.06, Abfahrt 14.30 Kern Thomas (Fahrer), Widerer
Franz, Wuffl und Peter.
1. Gleitflug bei der Hinfahrt gegen 18.30 Uhr mit Start unterhalb
der Belvedere. Bei der „Lokomotive“ am Fuße der
Sella herrschte Rückenwind. Franz erklärte sich freundlicherweise
freiwillig bereit, das Auto zum Landeplatz zu fahren, womit diese
Frage ohne jede weitere Diskussion geklärt war. Zu dritt genossen
wir einen ruhigen Gleitflug gegen die untergehende Sonne. Anschließend
zur Pizzeria Olympia. Dort gesellte sich ein Fliegerkollege mit dem
Spitznamen Wallbergboje zu uns an den Tisch und versorgte uns mit
aktuellen News vom Fluggebiet und berichtete von zwei Inversionsschichten.
Auch berichtete er von angeblichen Kontrollen der Carabinieri und
angedrohten Strafen von € 300,-- wegen illegalen Wildcampens.
Unbeeindruckt von diesen Schilderungen wurden die Nachtquartiere
bezogen. Thomas und Franz teilten sich das Nachtlager im Multivan.
Wuffl und Peter richteten sich in dem von der Gemeinde Compitello
dankenswerterweise zur Verfügung gestellten Nächtigungszelt
häuslich ein. Während der Einnahme des Schlummertrunks
gesellte sich Arno, der es vorgezogen hatte mit den Drachfliegern
zu speisen zu unserer geselligen Vierergruppe und beanspruchte ebenfalls
einen Schlafplatz im Westflügel des Gemeindezelts. Spät
in der Nacht muss es Lobbi doch noch irgendwie geschafft haben, seinen
Wagen von der Pizzeria, wo er ebenfalls zusammen mit den Drachenfliegern
diniert hatte, zum Parkplatz neben dem Landeplatz/Schlafplatz zu
steuern. Arno, vernünftig wie man ihn nun mal kennt, hatte rechtzeitig
den Absprung vom sündigen Treiben der Drachenflieger geschafft
und blieb frei von unangenehmen Folgebeschwerden am nächsten
Tag. Ursl und Gerhard logierten in einer Pension mit allem Luxus.
Samstag
23.09.2006 Nebeldecke.
Nach dem Frühstück Aufbruch
zur Rodella - ein Teil fuhr mit der Seilbahn hinauf, der andere
Teil erklomm sie wandernd oder berglaufend. Während des obligatorischen
geselligen Beieinandersitzens hatte sich der Nebel gelichtet und
es wurden Flüge vorbei über Sella, Pordoi bis zur Belvedere
und teilweise bis zur Süd-West Wand der Marmolada möglich.
Die maximale Flughöhe lag bei ca. 2.700 m. Für den überwiegenden
Teil der Flieger lag das Ende des Rundfluges unterhalb der Belvedere.
Die Rückkehr zum Landeplatz gestaltete sich aufgrund des stärker
werdenden Westwindes für einige Flieger der Gruppe aufwendiger.
Nach einer Landung vor und in Canzei testeten Wuffel den öffentlichen Personennahverkehr
und Peter den Wanderweg zwischen Canazei und Campitello. Beide
berichteten positiv. Ein italienischer Flieger im vorangeschrittenem
Alter landete unsanft auf dem Protektor und blieb eine zeitlang
auf dem Landeplatz regungslos liegen. Ihm wurde zu Hilfe geeilt
und dank Arnos Wundertrunk aus einer ziemlich deformierten Plastikflasche
mit Apfelsaftschorle !?! war dieser bald wieder auf den Beinen.
Nach allgemeiner Stärkung wurde zur zweiten Auffahrt gerüstet.
Diesmal Start an der Westseite und Aufdrehen bis zur Wolkenbasis.
Beim anschließenden Zuschauen der landenden Gleitschirm-
und Drachenflieger wurde leider auch beobachtet, wie sich der reichenhaller
Sigi bei der Landung mit dem Drachen beim letzten Aufsetzen das
rechte Kniegelenk sehr schmerzhaft verdrehte. An einen Flug am
Sonntag war für ihn nicht mehr zu denken. Nach medizinischer
Erstversorgung, reichlich Trost und Zuspruch wurde von einem freundlichen
Zeitgenossen aus der Gilde der Drachenflieger auch der Wunsch geäußert,
sich bereits eine Option auf die Tourenskier des Sigi für
die Wintersaison zu sichern. Aufgemuntert durch diese Worte des
Zuspruchs hellte sich die Stimmung des Sigi wieder auf.
Knappei musste uns am Samstagabend aufgrund gesellschaftlicher Verpflichtungen
zur Weiterfahrt nach Belluno verlassen.
Am Abend erfolgte das übliche Ritual in einer diesmal etwas
nobleren Pizzeria namens Kamerloy. Eine deutliche Qualitätssteigerung
zur Pizza des Vorabends wurde ausgemacht. Anschließend geselliges
Beisammensitzen am Gemeindezelt bei Kerzenlicht und Hopfenkaltschale.
Sonntag
24.09.06 heftigere Nebeldecke.
Auffahrt zur Rodella. Auflösung
des Nebels. Diesmal Start bereits gegen 10 Uhr mit relativ gutem
Steigen vor der Rodella bis zur Basis. Für weitere Flüge
jedoch noch zu früh. Wuffel zog eine Toplandung vor, der Rest
der Gruppe landete auf dem Landeplatz. Nach einer kurzen Rast ging
es wieder zur Rodella hinauf. Auf der Sonnenterasse wurde das ansonsten
kurzweilige Beobachten der startenden Flieger und der traumhaften
Kulisse der Dolomiten diesmal durch einen schockierenden Vorfall
jäh unterbrochen. Trotz des zu diesem Zeitpunkt relativ geringen
Flugverkehrs kollidierte ein Drachen mit einen Gleitschirm direkt
vor der Rodella. Der Gleitschirm flog unbeeinträchtigt weiter,
der Drachen hingegen ging sofort in einen steilen Spiral-Sturzflug
mit extrem hoher
Geschwindigkeit über und verschwand hinter dem vorgelagerten
Rücken. Zahlreiche Beobachter des Vorfalls, die weiter unten
standen, eilten zur Unglücksstelle. Bis zum Eintreffen des
alarmierten Hubschraubers verging ca. eine ¾ Stunde. Leider
stellte sich anschließend heraus, dass jede Hilfe zu spät
kam. Der Pilot hatte zwar noch vor dem Aufschlag versucht den Retter
zu werfen - allerdings zu spät. Er konnte nur noch tot geborgen
werden. Wir beobachteten noch die Hubschrauberbergung und fuhren
anschließend mit der Seilbahn hinunter, nachdem keiner mehr
Lust auf einen Flug verspürte.
Bevor wir die Heimfahrt antraten, setzten wir uns noch gemeinsam
mit den Drachenfliegern auf dem Landeplatz auf einen Plausch und
eine Brotzeit zusammen.
Abgesehen von diesem Vorfall war es wieder ein super toller Flieger-Kurz-Urlaub
mit Langzeitwirkung.
Schriftführer
Peter Kalb
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