Herbst 2007: Wochenendausflug nach Slowenien

Um die Rubrik ‚Reiseberichte' wieder einmal zu erweitern und somit unsere Pflicht diesbezüglich zu erfüllen, wurde spontan ein Kurztrip nach Slowenien angetreten. Mit von der Partie waren: Kern Tom mit Familie, Jochen und Gilda, Baumi Schorsch, Metzei, der Haaaansssi und ich.
Am vorletzten Wochenende im September zeigte sich das Wetter, so wie es sich für ein anständiges Wetter eben gehört, von seiner allerbesten Seite. Eine stabile Hochdrucklage war angesagt, das Reiseziel stand nach einigen Diskussionen (die obligatorischen Dolomiten standen natürlich auch zur Wahl) schließlich ebenfalls fest: Kobarid im Socca-Tal, Slowenien.

Schon am Samstag frühmorgens fühlten wir uns in der Wahl des Reiseziels bestätigt, denn zum Treffpunkt wurde ein Cafe in Kobarid auserwählt, in welchem der Cappuccino zu 80 Cent feilgeboten wurde. Wir, wie auch die letzten Zweifler (allerdings mittlerweile schon so gut wie mundtot gemacht - denn, was gibt es schließlich schöneres als auch noch im Urlaub Geld zu sparen?) schickten uns an, den Tag perfekt zu (ver-) planen.

So wurde bald darauf der Zeltplatz bezogen, mit eigenem, elektronischem Tor, weit ab von den restlichen Campern auf einer sonnigen Anhöhe. Erstmals - so vermute ich zumindest - lag der Grund für diese ‚Bevorzugung' gegenüber anderen Campinggästen nicht an einem, uns vorauseilenden Ruf, sondern eben dort hatte man für Gilda und Jochen einen Camper zum Übernachten (10,-Euro) zur Verfügung gestellt … genial.

Die Stellung war schnell bezogen - Tom's Auto ent-, sowie uns eingepackt, so ging's schließlich rauf zum ersten Startplatz am Kuk (ca. 900Hm über Tal). Nachdem der Startplatz ausgiebigst als das Territorium der Albatroser markiert und vorweg alle fliegerisch möglichen, sowie unmöglichen Fehler analysiert wurden, scheute sich Baumi keine Minute länger, diese Aussagen auch noch selbstlos für uns zu überprüfen. Auf diesem Wege nochmals - danke Baumi - die Gilda und ich jedenfalls hatten anschließend, bezgl. unseres eigenen fliegerischen Könnens, wirklich keine Bedenken mehr, den vorgelagerten Sattel ohne Weiteres überfliegen zu können. Als nun auch ich mich, als Zweites, in die Lüfte ‚schwang', erstreckte sich eine richtige Märchenlandschaft vor und unter meinen Füßen. Da war der schon beinahe herbstliche Wald, die türkisfarbene Socca, die wunderschöne Bergwelt ringsherum … und der Baumi! Selbiger war, nachdem er erkannte, dass die thermischen Bedingungen wohl noch nicht ‚voll entwickelt' waren, auf einer nahen Hochebene eingelandet, um nochmals zum Startplatz zu marschieren und sein Glück erneut zu versuchen. So richtig ‚ging's' dann aber leider trotzdem nicht, deshalb fanden wir uns bald wieder am Landeplatz ein - einzig der Metzei schraubte sich in (s)einem Bart langsam, aber kontinuierlich höher über den Startplatz hinaus.

Die nichtfliegerischen Kern's hatten währenddessen einen Museumsbesuch hinter sich gebracht und waren nun ebenfalls zum Landeplatz gewandert, wo wir dann, dank der Tankstelle nebenan, den kulinarischen Genüssen frönen konnten.

‚Unsere Helden der Lüfte' hatten natürlich noch nicht genug und so wurde schließlich, nicht wie ursprünglich geplant, das Auto vom Berg geholt, sondern kurzerhand noch eines dazugestellt, um nochmals abheben zu können. Man bemerke: Metzei flog zu diesem Zeitpunkt noch immer! Aber auch ihm wurde der zweite Flug nicht vorenthalten, denn er entschwebte beim endgültigen Autoholvorgang schließlich auch nochmals in die Lüfte.

Frisch geduscht ging es abends schließlich zum Essen - zwecks der benötigten Unterlage - so dass später am Zeltplatz dann, mehr Wein genossen werden konnte. Hierfür war das Vorzelt des Campers wirklich ideal geschaffen (Danke Helmut für den Wein, war wirklich Spitze!).

Auch am Sonntag zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite. Wir beschlossen einen Abstecher nach Tolmin bzw. auf den dortigen Flugberg Kobala zu machen. Vor der Auffahrt konnten wir dank ‚unserer' Iseta, welche ja die Landessprache beherrscht, eine Pension ausfindig machen, wo wir ein Frühstück genau nach unserem Geschmack kredenzt bekamen: Mehrere Platten mit Wurst und Käse, jede Menge unterschiedlicher Marmeladesorten, sowie anderer süsser Aufstriche, dazu Butter, Brot, Cappuccino und alles bis zum Abwinken - Kosten: 3,60Euro pro Nase - Wahnsinn! (Noch mal: Ist nicht der Urlaub am Schönsten, in welchem man auch noch spart?) Anschließend war der Landeplatz schnell besichtigt, das Fliegertaxi angeheuert und wir am Startplatz angekommen. Leider erwartete uns dort nicht dieselbe Ruhe wie am Tag zuvor - ganz im Gegenteil, hier wimmelte es nur so von wahnsinnig ‚gescheiten' Fliegern. Aber wieder waren die Startbedingungen einmalig und so wurde nicht lange gefackelt, bis wir uns in die Lüfte schwangen. Gilda und ich trudelten als erstes am riesigen Landeplatz ein, aber nicht ohne ein weiteres Mal über die tief-türkise Farbe der Socca gestaunt zu haben. Wir gesellten uns zu Iseta, Sabine und Martina - genossen den weiteren Nachmittag lesend im Schatten der Bäume und auf die Männer wartend, welche es fliegerisch gar nicht so schlecht erwischt hatten.

Abermals alle am Landeplatz versammelt, die obligatorischen Landbiere geleert, ließen wir dieses Wochenende schließlich in Tarvis, Italien beim Pizzaessen ausklingen. Die Gespräche am Tisch kreisten, zumindest für diesen Tag, ein letztes Mal um den schönen Ausflug - alle schwärmten von Ihren Flügen, alle, bis auf einen: der Baumi,… der schwärmte vom Essen und zwar derart, dass wir alle beinahe auf seine - wohl ganz besonderen - Geschmacksknospen neidig geworden wären….!

Fazit: Familienfreundliches, leichtes Fluggebiet in wunderschöner Landschaft, incl. kulinarischen Highlights zu erschwinglichen Preisen.

 

Text: Angie Wierer Fotos: Baschdei, Kern Tom, Helli

© 2009 gleitschirmclub-reichenhall